Die verschiedenen Arten von Bodenbelägen Teil 2

In dieser News: Parkett

In meinem letzten Newsbeitrag hatte ich angefangen, Ihnen einmal mehr über die verschiedenen Bodenbeläge zu berichten. Nach einem Neubau oder der frisch bezogenen Wohnung stellt die Wahl der Bodenbeläge vor allem junge Familien vor einen manchmal schwierigen Prozess. Gerade bei der Einigung von Paaren kann ein Bodenverleger wie ich wirklich nichts tun, denn oft stoßen hier Welten aufeinander. Ist dann aber die Entscheidung gefallen, geht die Suche und die Auswahl meist erst richtig los. Ob es sich um Holz, Kork oder doch den Teppichboden handelt ist geklärt, aber welche Farbe und Oberflächenbeschaffenheit soll es jetzt sein? Da beschränke ich mich lieber darauf, Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten einfach vorzustellen. Gerne bin ich Ihnen dann bei der Beschaffung und vor allem beim Verlegen behilflich, denn das mache ich als Schreinermeister aus Vogtareuth bereits seit weit über 20 Jahren. Im ersten Teil des Beitrags hatte ich Ihnen die Vorzüge und Nachteile der Böden aus Holzdielen geschildert. Heute geht es um das Parkett. Das Parkett mit seinen vielen Möglichkeiten ist eine Welt für sich.

Das Parkett als der Klassiker

Ebenso wie die Holzdielen zeichnet sich das echte Parkett durch seine große Individualität aus. Als echter Klassiker steht das Parkett für einen sogar repräsentativen Holzboden, während die Dielen doch immer auch den rustikalen Landhaus-Charakter vermitteln. Gemütlich und fußwarm sind beide Bodenbeläge. Beim Parkett haben sie zum Einen die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Holzarten, die sich in ihrer Härte und Haltbarkeit, aber natürlich auch im Preis deutlich unterscheiden. Dazu kommen die verschiedenen Varianten des Parkettbodens, was die Form und Größe der Parkettstücke betrifft. Das Stäbchenparkett aus alter Zeit wird heute nur noch sehr selten von reinen Fachleuten verlegt. Viel zu groß ist der Zeitaufwand und damit auch die Kosten. Man bestellt sich entweder ein Einschichtparkett aus reinem Vollholz oder greift zum Mehrschichtparkett, bei dem das Vollholz nur die Oberschicht bildet. Zwischen beiden Arten besteht natürlich ein großer Preisunterschied. Vor der Wahl sollte man sich über die Möglichkeiten erkundigen, ob und wie oft man die Holzschicht abschleifen kann. Denn das ist einer der Hauptvorteile echten Parketts. Es überdauert die Jahrzehnte, in dem die Schäden der Jahre einfach abgetragen werden. Dafür ist aber auch ein relativ großer Aufwand für das Verlegen erforderlich. Man benötigt für das Trittschall-übertragende Parkett nicht nur eine stabile Unterkonstruktion aus Holz, sondern häufig auch eine Trittschalldämmung und eine Feuchtigkeitssperre, die als erstes verlegt werden müssen. Wenn das Parkett dann sauber abgemessen verlegt wurde, muss es noch imprägniert bzw. geölt werden, damit es dem Schmutz und der Feuchtigkeit widersteht. Dafür hat man dann einen Boden, der nicht nur die Bewohner sondern auch alle Besucher entzückt.

Die verschiedenen Holzarten für das Parkett

In der Wahl des Holzes bietet sich Ihnen von der Färbung bis zum Härtegrad eine lange Liste von Möglichkeiten. Althergebracht sind die dunkle Eiche, das Teak oder die Buche. Die Lärche wird wegen ihres starken Nachdunkelns seltener verwendet. Sie ist unglaublich stabil und wertbeständig, muss aber lackiert oder regelmäßig geölt werden, da sie sonst ins schwärzliche übergeht. Bei den helleren Sorten findet sich der Ahorn oder sogar die Birke. In den letzten Jahren setzen sich ebenso Hölzer wie die Olive oder der Merbau aus Asien durch. In Bezug auf die Preise für das Parkett kann man von der Faustregel ausgehen, dass mit der Härte und Langlebigkeit auch der Preis ansteigt. Als außereuropäische Arten finden sich neben dem Teak als Harthölzer ebenfalls Palisander, Eukalyptus, Kambala und viele mehr. Grundsätzlich sollte man auf eine zertifizierte Herkunft des Holzes achten.

Die Arten der Parkettformen

Das klassische Massivholzparkett wird auf einem tragenden Untergrund roh verlegt, um anschließend sauber und gleichmäßig abgeschliffen zu werden. Danach erfolgt eine schützende Oberflächenbehandlung. Einfacher geht es mit bereits bei der Herstellung oberflächenbehandeltem Massivparkett, das dann auch nin größeren Stückelungen verlegt werden kann. Bei den Formen unterscheidet man zwischen z.B. Mosaikparkett, Stabparkett, dem Hochkantlamellenparkett und dem Tafelparkett. Das Hochkantlamellenparkett ist auch als Industrieparkett bekannt. Die hochkant auf ein Netz geklebten Stäbe sind meist 22 mm stark, lassen sich mehrfach abschleifen und werden gerne im gewerblichen Bereich verwendet. Durch das Verkleben der Stäbe lassen sich moderne und beliebte geometrische Muster erzielen. Beim Tafelparkett werden nicht nur wechselnde geometrische Muster zu Tafeln verleimt, sondern unter Umständen auch verschiedene Hölzer verwendet, um Farbeffekte zu erzielen.

Das Mehrschichtparkett

Das Mehrschichtparkett besteht aus drei Schichten, die durch die gegenseitige Verklebung eine größere Beständigkeit gegen Verwerfungen aufweisen. So können größere Platten verlegt werden, die noch nicht mal unbedingt mit der Tragekonstruktion verklebt werden müssen. Zudem lassen sie sich durch das Klick-Verfahren im Kraftschluss- oder Formschluss-System zusammenstecken. Hierdurch verschlechtert sich allerdings die Trittschalldämmung, so dass die beste Verlegetechnik vor Ort entschieden werden sollte. Die oben angebrachte Echtholzschicht kann unterschiedlich stark sein. Wenn sie nur zwei bis vier Millimeter beträgt, lässt sich das Holz kaum noch abschleifen. Aber auch das darunter liegende Material kann von unterschiedlicher Qualität sein. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Nut und Feder zur Verlegung sind meist in die mittlere Schicht eingebaut, die häufig aus Nadelholz besteht.

Sie sehen schon, die Wahl des richtigen Parkettbodens ist eine kleine Wissenschaft für sich. Vor einer Entscheidung in dieser Größenordnung sollten Sie sich gut in das Thema einlesen oder sich gleich beraten lassen.

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