Die verschiedenen Arten von Bodenbelägen Teil 6

In dieser News: Bambus

Als ich vor vielen Jahren das erste Mal von einem Bodenbelag aus Bambus hörte, habe ich erstmal geschmunzelt. Wie soll das denn gut gehen, dachte ich, aber wurde sehr schnell eines Besseren belehrt. Bambus ist ein aufsteigender Stern unter den ökologischen Fußbodenbelägen. Bambus ist zwar alles andere als billig, aber dieser Fußbodenbelag bietet so viele Vorteile, dass sich immer mehr Menschen dafür entscheiden.

Zunächst einmal ist ein gut aufbereiteter Bambus Boden echt ökologisch und nachhaltig, wenn man vom Transport absieht. Das ist ein gewisser Nachteil für den ökologisch denkenden Kunden, denn die großen Bambus Plantagen finden sich eben nicht in Europa. Trotzdem kann ein Gras, das 30 bis 40 cm am Tag wächst, schon überzeugen. Dieses Gras verholzt dann nach ein paar Jahren, und alle fünf bis sechs Jahre kann man zur Ernte schreiten. Wer jetzt denkt, verholztes Gras könne wohl nicht besonders stabil sein, irrt sich gewaltig. Bambus ist als Bodenbelag um 30% stabiler als Eiche und im Gebrauch extrem strapazierfähig. Da kann man schon ins Staunen geraten.

Die Preise für aufbereiteten Bambus beginnen etwa bei 35 Euro/qm. Dabei hängt es sehr davon ab, in welcher Form man den Bodenbelag kauft. Tatsächlich ist es bei der Pflege wie bei der Verlegung ähnlich wie beim Holz. Bambus gibt es als Furnier, Platten, Fliesen, Dielen oder auch als Fertigparkett und Stäbchenparkett. Die findigen Hersteller bieten Bambus sogar als (billige) Rollenware an. Je nach Form kann man den Bambus schwimmend oder teil- und vollverklebt verlegen. Die letzte Form der Verlegung ist etwas aufwendig, erspart aber das Problem des Schallschutzes. Was gibt es noch für Vorteile?

Vorteile und Eigenarten des Bambus

  • Die Rohfriesen des Bambus bestehen aus längs und quer verdichteten und verklebten Bambusfasern. Das ergibt die hohe Belastbarkeit. Gleichzeitig verhindert es das Aufquellen oder Einschrumpeln (Schwindverhalten). Damit entsteht eine hohe Feuchtbeständigkeit. Der Bambus eignet sich auch für Bad und Küche.
  • Die Oberflächengestaltung des Bambus hängt von der Herkunft und Art der Pflanze ab. Die Lamellen für den Boden lassen sich kombinieren und lassen der Kreativität viel Raum. Verschiedene Formen wirken lebendig und immer exklusiv exotisch.
  • Der Bambus braucht ein gutes Raumklima, zu große Trockenheit unter 50% Luftfeuchtigkeit ist nicht angebracht. Andererseits ist das auch für die Bewohner angenehmer. Mit einer Fußbodenheizung rate ich dann eher zu dem sogenannten Industrieparkett, das auf diesen Einfluss viel besser reagiert als das teurere Stäbchen- oder Fertigparkett.
  • Bambus ist ein extrem haltbarer Bodenbelag, der sich warm und natürlich anfühlt. Er neigt keinesfalls zur Splitterbildung. Wie beim Holz auch sollte man den Bambus gut pflegen. Die Oberfläche kann je nach Beschaffenheit entweder lackiert, geölt oder gewachst werden, wobei letzteres nach meiner Meinung die meisten Vorteile bietet. Die Wachsölschicht kann bei starker Beanspruchung z.B. der Laufwege auch teilweise erneuert werden und wirkt immer natürlich. Bambus kann als Parkett auch abgeschliffen und damit runderneuert werden. Kratzer können wie beim Holz die Freude trüben, daher sind Filzgleiter auch beim Bambusboden angesagt. In der Pflege ist der Bambus einfach. Ein mildes Reinigungsmittel und einfach feuchtes Wischen genügen. Beim Saugen sollte man die Bürstenfunktion einschalten.

Welche Arten von Bodenbelag gibt es in Bambus?

Welche Art Bambusbodenbelag Sie kaufen sollten, lässt sich sicher besser in einer Beratung klären, denn je nach Art der Nutzung, den Gegebenheiten Ihres Hauses und Ihren Ansprüchen ist die Auswahl groß. In jedem Fall sollte man auf die Herkunft achten, damit man sich sicher ist, dass auch tatsächlich ökologisch einwandfreie Kleber und andere Materialien verwendet wurden.

Wie gesagt wird der Bambus ähnlich wie Holz verlegt. Das geht schwimmend, als Blindbodenkonstruktion oder vollverklebt. Als Untergrund kommen Trägerplatten aus Sperrholz oder MDF in Frage, sie verbessern den Schallschutz und die Anfälligkeit für Druckstellen, behindern jedoch die Wirkung einer Fußbodenheizung. Das gleiche gilt für die schwimmende Verlegung. Folgende Arten von Bodenbelägen können Sie bestellen, wobei Sie sich vorher auf jeden Fall alle Formen anschauen sollten:

  • Rollenware
    Diese Bodenbeläge ähneln eher dünnen Teppichen. Es handelt sich um Bambus-Lamellen, die mit schlanken Gurten auf einem Stoffträger verklebt sind und einfach auf den Boden gelegt bzw. verklebt werden.
  • Mehrschicht-Dielen oder Mehrschicht-Platten mit Nut und Feder. Diese Form ist sicher preisgünstig und relativ leicht zu verlegen. Die Bambusschicht darf nicht zu dünn sein, die anderen Schichten sollten klare Herkunftsbezeichnungen tragen.
  • Ähnliches gilt für das Fertig- bzw. Klickparkett mit Bambus-Furnier mit einer Gegenzugschicht als Trägermaterial.
  • Das angesprochenen Industrieparkett besteht aus einzelnen Lamellen, die per Band zusammengehalten werden. Beim Verkleben werden die Bänder entfernt und der Boden erhält einen Feinschliff.
  • Das massive Parkett bzw. Stäbchenparkett besteht aus den längs und quer zusammengeklebten Fasern und wird vollverklebt.

Generell gilt, dass die Art der Herstellung und Form der Bodenbeläge sich nicht unbedingt im Preis ausdrückt. So kann ein Industrieparkett günstiger aber hochwertiger sein als das Fertigparkett. Bei den Schicht-Belägen geht es immer auch um die Stärke und Qualität des Trägermaterials, auf die Sie unbedingt achten sollten. Lassen Sie sich Muster schicken oder sprechen Sie mit dem Fachmann. Ein guter Bambus-Bodenbelag kann eine Anschaffung für Jahrzehnte sein, da darf man sich beim Auswählen schon ein wenig Zeit nehmen.

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