Die verschiedenen Arten von Bodenbelägen Teil 3

In dieser News: Laminat

Was ist der richtige Bodenbelag für Sie? In den ersten beiden Beiträgen dazu hatte ich die Holzdielen und das Parkett behandelt, denn als Schreinermeister kann ich nunmal meine alte Liebe für echtes Holz nicht verleugnen. Wenn man jedoch 25 Jahre in seinem Beruf als Bodenverleger tätig ist, hat man sich schon lange mit vielen anderen Bodenbelägen angefreundet. Zumindest als selbständiger Profi wird man zugeben, dass jeder Bodenbelag seine ganz besonderen Eigenschaften und ganz typische Vor- und Nachteile hat.Letztendlich ist die Entscheidung für eine bestimmte Form des Bodenbelags vor allem eine Gefühlssache. Allerdings kommen da noch viele weitere Faktoren hinzu, von denen der wichtigste vor allem für junge Leute eine Rolle spielt. Wer nicht gerade ein sehr wohlhabendes Elternhaus im Kreuz hat oder als erfolgreicher Start-Up Besitzer durchgestartet ist, muss einfach rechnen. Das gilt speziell für Eigentum. Die in den letzten 20 Jahren drastisch gestiegenen Preise für Wohnbesitz haben längst auch die Landkreise erreicht, in denen ich tätig bin.

Laminat als preiswerter Kompromiss

Ob bei der Erstausstattung oder bei der Renovierung, die Frage nach dem passenden Bodenbelag erfordert häufig einen Kompromiss. Wer die Optik und das Gefühl von Holz mag, aber sich für eine günstige Lösung entscheiden will, fährt mit einem hochwertigen Laminat aus moderner Produktion gar nicht schlecht. Ein guter Laminat ist schon ab 15 – 20 Euro für den Quadratmeter erhältlich. Leider fühlt sich der Laminat wegen seiner Oberfläche nicht wirklich warm an und leitet den Schall hörbar. Zum Preis kommt daher noch das Geld für die Wärme- und die Trittschalldämmung, wenn Sie es genau nehmen wollen. Als geschickter Heimwerker können Sie sich dann mit einem Klick-Laminat eventuell sogar den Bodenverleger sparen, selbst wenn ich mir mit so einer Aussage ins eigene Fleisch schneide. Aber das wissen die meisten meiner Kunden sowieso. Jedoch sollten Sie sich für die Dämmung wirklich gut auskennen, hier kann der Laie einige Fehler machen.

Wie setzt sich Laminat als Material zusammen?

Beim Laminat als industriell gefertigtem Bodenbelag haben Sie natürlich auch die Qual der Wahl. Wie bei jedem Bodenbelag sollten Sie sich an ein Geschäft wenden, in dem Sie eine fachmännische Beratung erhalten. Echte Qualität kommt ohne Schadstoffe aus. Der Laminat von heute kann auf der Oberfläche die gleiche haptische und optische Beschaffenheit wie Holz aufweisen. Doch es ist gerade diese Oberfläche, die nicht aus Holz besteht. Es ist vielmehr eine Versiegelung aus künstlichem Melaminharz, die die Laminatplatte vor Feuchtigkeit und leichten Beschädigungen schützen soll. Es ist diese Oberfläche, die die Wärme nicht so gut speichert und wieder abgibt wie echtes Holz. Das Harz ist stark verdichtet und daher sehr hart. Das steigert den Schutz und die Lebensdauer der Laminatplatte, aber überträgt eben den Schall besser. Darunter befindet sich bedrucktes Papier. Dieses speziell stabile Papier als Dekorschicht sorgt für das Aussehen und die Haptik, wenn man die Platte berührt. Erst jetzt schließt die eigentliche Trägerplatte an, die tatsächlich aus Holz ist. Jedoch sind dies gepresste Holzfasern, weil sie wesentlich günstiger in der Herstellung sind. Für ökologisch denkende Menschen füge ich noch zwei Informationen hinzu. Eine Laminatplatte ist verleimt. Das eventuell in diesem Leim enthaltene Formaldehyd kann jedoch wegen der hohen Verdichtung der Harzschicht kaum entweichen. Wer sich beim Laminat dennoch gegen mögliche Belastungen durch Ausdünstungen schützen will und auf eine kontrollierte Herkunft der Holzfasern Wert legt, sollte auf das Gütezeichen “Emissionsarme Holzwerkstoffe” achten.

Zusätzliche Eigenschaften des Laminats

Eine weitere Eigenart des Laminats ergibt sich ebenfalls aus der Harzschicht. Sie wirkt elektrisch isolierend. In Verbindung mit der hohen statischen Aufladung bei der industriellen Beschichtung kann das Raumklima darunter leiden. Daher werden die höherwertigen Laminat-Elemente mit einer antistatischen Ausrüstungen versehen, die zumindest die Aufladung der Benutzer beim Laufen verhindert. Gegen den erhöhten Trittschall und das vergleichsweise harte Trittgefühl auf dem Laminat hilft wie gesagt eine spezielle Dämmung oder aber eine besondere Alternative beim Laminatkauf. Sie erhalten Laminat auch mit einer weiteren Schicht aus Holzfaserstoff oder Kork. Diese Schicht wirkt isolierend und bringt eine höhere Elastizität auf den Boden. Solche Extras können Sie natürlich bei den günstigen Sonderangeboten für Laminat-Elemente nicht erwarten, die teilweise bereits ab 10 Euro oder weniger erhältlich sind. Laminatböden gibt es in unterschiedlichen Stärken und den sogenannten Nutzungsklassen, die sich aus der Belastbarkeit ergeben. Eine Laminatplatte mit 12 mm Stärke hält natürlich länger und ist belastbarer als eine mit nur 6 mm. Üblicherweise verwendet man im Privathaushalt die Nutzungsklassen 21 – 23. Die 21er legt man ins Schlafzimmer, die 22er kommen ins Wohnzimmer und die 23er sind stabil genug für den Eingangsbereich oder die Küche.

Die Pflege des Laminats

Laminat passt gut auf eine Bodenheizung, lässt sich mit Klickverschluss relativ leicht verlegen und stellt keine hohen Ansprüche an die Pflege. Ein Gang mit dem Besen oder dem nebelfeuchten Wischtuch reicht allemal. Achten Sie beim Saugen jedoch darauf, dass beim Staubsauger die Besenfunktion eingeschaltet ist. Dazu kommt eine riesige Auswahl an Dekors und Oberflächen. Das sind echte Vorteile. Dennoch sollte man achtgeben. Laminat ist kratzanfällig bei Möbeln und empfindlich für kleine Steinchen und natürlich Wasser. Die Möbel benötigen jedenfalls Filzgleiter und die Straßenschuhe gehören an den Eingang. Verschüttetes Wasser muss schnell aufgenommen werden, bevor es unter das Laminat dringen kann. Denn von unten ist der Schutz nicht so wirksam. Wenn eine Laminatplatte beschädigt ist oder Wasser von unten an ihr wirkt, können die Inhaltsstoffe aufquellen. Dann muss die ganze Platte ausgetauscht werden. Genauso ist es bei hässlichen Flecken oder Kratzern, denn der Laminat kann natürlich nicht abgeschliffen werden. Daher sollte man in jedem Fall ein paar der länglichen Elemente aufbewahren, falls man sie nicht zum Nachkaufen findet.

zurück zu den News